Bevor Sie Ihr Fahrzeug in einer Werkstatt reparieren lassen, sollten Sie sich unbedingt einen Kostenvoranschlag geben lassen. Nur so können Sie sich vor unliebsamen Überraschungen schützen.

Bei der Erteilung eines Kostenvoranschlages muss man zunächst zwischen dem unverbindlichen und dem verbindlichen Kostenvoranschlag unterscheiden. Nur der verbindliche Kostenvorschlag hat den für den Verbraucher gewünschten Effekt.

Nach dem § 650 BGB darf ein verbindlicher Kostenvoranschlag nicht wesentlich überschritten werden. Ob eine Überschreitung wesentlich ist, wird von den Gerichten uneinheitlich beurteilt. Im Durchschnitt wird die wesentliche Überschreitung bei 15% bis 20% angenommen.

Wann ein Kostenvorschlag anzunehmen ist, ergibt sich aus den Umständen des Einzelfalles. In erster Linie ist ein Kostenvoranschlag verbindlich, wenn er Ihnen schriftlich vorliegt oder auf dem Angebot ein Hinweis auf einen Höchstbetrag gegeben ist.

In dem Zeitpunkt, in dem die Werkstatt erkennen kann, dass der veranschlagte Betrag für die Reparatur nicht ausreicht, muss der Auftraggeber informiert werden. Bei einer Überschreitung kann der Auftraggeber den Vertrag mit der Werkstatt kündigen und muss die bisherig erbrachten Leistungen bezahlen. Erfolgt die Benachrichtigung gegenüber dem Werkstattkunden nicht, so ist dieser so zu stellen, als hätte er den Vertrag rechtzeitig gekündigt.