Nach der bestandenen Führerscheinprüfung muss zunächst von allen Verkehrsteilnehmern die zweijährige sog. „Probezeit“ überstanden werden. In dieser Phase soll die Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges auf öffentlichem Verkehrsgrund bewiesen werden. Die Probezeit muss bei der erstmaligen Erteilung eines Führerscheins bestanden werden. Wird zunächst die Fahrerlaubnis A1 zum 16. Lebensjahr erteilt, muss bei der nächsten Kategorie, in der Regel B, keine weitere Probezeit absolviert werden.

In diesen ersten beiden Jahren nach Erteilung der Fahrerlaubnis besteht die Gefahr, dass aufgrund von begangenen Ordnungswidrigkeiten eine Nachschulung / ein Aufbauseminar absolviert werden muss. Die Verkehrsverstöße werden hier in die Kategorien A und B aufgeteilt. Bei einer Zuwiderhandlung aus Kategorie A reicht bereits ein Verstoß aus, so dass die Teilnahme an einem Aufbauseminar angeordnet wird. Bei einer Zuwiderhandlung aus der Kategorie B müssen dagegen zwei Verstöße vorliegen. Die verschiedenen Kategorien kann man der Anlage 12 der Fahrerlaubnisverordnung entnehmen.

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Bei Drogen- und Alkoholdelikten droht die Entziehung der Fahrerlaubnis.
Die zuständigen Gerichte entziehen immer dann die Fahrerlaubnis, wenn zum Tatzeitpunkt die sog. Fahruntüchtigkeit vorgelegen hat. Man unterscheidet immer zwischen der absoluten und der relativen Fahruntüchtigkeit. Die relative Fahruntüchtigkeit liegt unter Umständen schon bei einer Blutalkoholkonzentration von 0,3 Promille vor, wenn zu der Alkoholkonzentration weitere alkoholtypische Ausfallerscheinungen hinzutreten. Beispielhaft sei hier das typische Schlangenlinienfahren erwähnt. Umso höher die Alkoholkonzentration, umso niedriger sind die Anforderungen an die typischen Ausfallerscheinungen. Bei einem festgestellten Alkoholwert von 1,1 Promille wird die absolute Fahruntüchtigkeit angenommen. In diesen Fällen entzieht das Gericht den Führerschein und ordnet an, dass die zuständige Behörde vor Ablauf einer Frist die Fahrerlaubnis nicht wieder erteilt. Auch die Führerscheinstelle ist ermächtigt, die Fahrerlaubnis zu entziehen. Dies ist regelmäßig der Fall, wenn wiederholt mit mehr als 0,5 Promille am Straßenverkehr teilgenommen wird. Auch für Radfahrer und streng genommen auch für Fußgänger gilt diese Regelung. Bei alkoholisierten Radfahrern besteht häufig die Möglichkeit, den Entzug der Fahrerlaubnis durch eine Geldauflage zu verhindern. Daneben stellt sich die Frage, ob tatsächlich der Alkoholwert von mehr als 0,5 Promille vorlag.

Beim Fahren unter Drogeneinfluss ist entscheidend, ob die Relevanzschwelle überschritten wurde. Sollte diese überschritten worden sein, so muss sich der Verkehrsanwalt mit der Frage beschäftigen, ob der Betroffene regelmäßig konsumiert oder nur gelegentlich. Wer regelmäßig Drogen konsumiert, ist aus Sicht der Behörden und Gerichte ohne Zweifel ungeeignet zum Führen eines Kraftfahrzeuges. Die Folge ist der Entzug der Fahrerlaubnis. Der unregelmäßige Konsum muss jedoch nachgewiesen werden.

In solchen Fällen besteht die Hauptaufgabe des Verteidigers darin, die Angelegenheit hinauszuzögern, so besteht die Möglichkeit in der Zwischenzeit eine verkehrspsychologische Maßnahme zu besuchen.